Warum Wohnräume im Winter austrocknen: Ursachen und einfache
Wenn die Heizperiode beginnt, sinkt die Luftfeuchtigkeit in vielen Wohnungen innerhalb weniger Tage auf Werte zwischen 25 und 35 Prozent. Das ist kein Zufall und auch kein Zeichen dafür, dass etwas mit der Bausubstanz nicht stimmt. Kalte Außenluft kann nur wenig Wasserdampf aufnehmen. Wird sie draußen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit einer relativen Feuchte von 80 Prozent hereingelassen und drinnen auf 22 Grad erwärmt, fällt die relative Feuchte rechnerisch auf etwa 20 Prozent. Dieser physikalische Zusammenhang erklärt den größten Teil des Problems. Hinzu kommt, dass die Heizkörper die Luft unmittelbar an ihrer Oberfläche stark erwärmen, was die Feuchtigkeit zusätzlich verdünnt. Wer regelmäßig lüftet, führt also ständig neue trockene Luft zu, statt Feuchtigkeit zu speichern.
Die zweite Ursache liegt im Nutzungsverhalten. Duschen, Kochen und Wäschetrocknen bringen kurzfristig viel Feuchtigkeit in die Luft, doch die meiste Zeit des Tages produziert ein Haushalt kaum Wasserdampf. Pflanzen verdunsten weniger, als gemeinhin angenommen wird, und moderne Baustoffe wie Beton, Gipskarton und Lackschichten nehmen Feuchtigkeit nur begrenzt auf und geben sie ebenso langsam wieder ab. In gut gedämmten Wohnungen fehlt zudem der Luftaustausch über undichte Fugen, der früher für einen gewissen Grundfeuchteausgleich sorgte. Das Ergebnis sind trockene Schleimhäute, statische Aufladung, Risse in Holzmöbeln und Parkett sowie ein subjektives Kälteempfinden trotz warmer Heizung. Besonders betroffen sind Schlafzimmer, in denen nachts kaum Feuchtigkeit nachgeliefert wird.
Gegenmaßnahmen müssen nicht teuer sein. Ein Hygrometer schafft zunächst Klarheit über den tatsächlichen Wert; angestrebt werden 40 bis 60 Prozent relative Feuchte. Stoßlüften statt Kipplüften bringt frische Luft, ohne die Wände auszukühlen. Wasserschalen auf der Heizung, ein Zimmerbrunnen oder feuchte Handtücher erhöhen die Verdunstungsfläche, erreichen aber selten mehr als zwei bis drei Prozentpunkte. Wer dauerhaft etwas für das Raumklima tun möchte, findet in 3D-gedruckten Lehm-Möbeln für besseres Raumklima eine interessante Alternative, weil Lehm Feuchtigkeit aufnimmt und bei trockener Luft wieder abgibt. Entscheidend bleibt jedoch die Kombination aus richtigem Lüften, moderater Heizung und einer Quelle, die Feuchtigkeit tatsächlich speichern kann.