Kabelsalat hinter dem TV-Schrank vermeiden: Planung und Werkzeug
Ein sauberer Wanddurchbruch beginnt nicht mit dem Bohrhammer, sondern mit einem Plan. Wer Kabel hinter dem Fernseher verschwinden lassen will, sollte zuerst festlegen, welche Leitungen tatsächlich benötigt werden: Strom, HDMI, Netzwerk, eventuell Koaxial. Jede zusätzliche Leitung vergrößert den Querschnitt des Durchbruchs und damit den Aufwand. Wer später nachrüsten möchte, plant besser ein Leerrohr mit deutlich größerem Innendurchmesser ein, statt die Wand später erneut zu öffnen.
Die Wahl des Werkzeugs entscheidet über das Ergebnis. Für Trockenbauwände genügt eine Lochsäge mit Zentrierbohrer, für Mauerwerk ist ein Bohrhammer mit passendem Diamantbohrer sinnvoll. Bei Stahlbeton führt an einer Kernbohrung kaum ein Weg vorbei. Vor dem ersten Bohrloch gehört eine Leitungssuche zum Pflichtprogramm, denn Strom- oder Wasserleitungen in der Wand sind ein teurer Fehler. Wer bereits beim Möbelkauf an die Verkabelung denkt, findet bei einem TV-Möbel mit Kabelmanagement oft schon Aussparungen und Kanäle, die den Durchbruch an der richtigen Stelle vorbereiten. Das spart späteres Nacharbeiten und hält die Kabelwege kurz.
Die Ausführung selbst verlangt Sorgfalt an den Rändern. Ein Durchbruch ohne saubere Kanten reißt schnell weiter aus, besonders in Gipskarton. Eine Schablone oder ein Anschlagwinkel hilft, den Bohrer gerade zu halten. Nach dem Bohren werden die Kanten verspachtelt und bei Bedarf mit einer Kabeldurchführung aus Kunststoff versehen, die Scheuerstellen verhindert. Für außenliegende Wände ist eine dampfdichte Abdichtung Pflicht, sonst zieht Feuchtigkeit in die Konstruktion.
Am Ende zählt nicht die Zahl der versteckten Kabel, sondern ihre Zugänglichkeit. Ein Leerrohr mit Zugdraht, eine Revisionsklappe oder ein Kabelkanal hinter dem Schrank erlauben spätere Änderungen ohne Stemmarbeiten. Wer diese Reserve einplant, vermeidet den zweiten Durchbruch und damit den eigentlichen Kabelsalat.