Kleine Wohnung, großer Teppich: warum Rollen statt Falten beim
Ein großer Teppich in einer kleinen Wohnung ist kein Widerspruch, sondern eine Frage der Handhabung. Wer einen Teppich mit zwei Metern Breite oder mehr besitzt, kennt das Problem: Beim Umzug, beim Renovieren oder beim saisonalen Wechsel muss das gute Stück verstaut werden. Falten klingt naheliegend, weil es schnell geht und wenig Platz in der Höhe braucht. Doch genau diese Methode rächt sich, sobald der Teppich wieder auf dem Boden liegt.
Gefaltete Teppiche entwickeln Knickstellen, die sich tief in den Flor drücken. Besonders bei Wolle, Seide oder dicht gewebten Synthetikfasern bleiben diese Linien wochenlang sichtbar. Manche verschwinden nie ganz, weil die Fasern an der Faltkante dauerhaft geschädigt werden. Wer den Teppich langfristig lagern möchte, sollte deshalb auf die richtige Technik setzen und gerollt statt gefaltet lagern, weil die Fasern so in ihrer natürlichen Richtung bleiben und keine scharfen Kanten entstehen. Das gilt nicht nur für Orientteppiche, sondern auch für moderne Flachgewebe und Läufer.
Das Rollen selbst will allerdings gelernt sein. Ein Teppich wird immer mit der Florseite nach außen gerollt, damit die Knoten nicht gegeneinander gedrückt werden. Bei sehr großen Stücken empfiehlt es sich, eine stabile Rolle aus Pappe oder Schaumstoff als Kern zu verwenden. Die Rolle sollte nicht zu straff gewickelt sein, sonst entsteht Spannung im Gewebe. Anschließend wird das Ganze mit einem Baumwollband oder einem alten Bettlaken fixiert, nicht mit Klebeband, das Rückstände hinterlässt. So vorbereitet lässt sich der Teppich sogar hochkant in einer schmalen Nische oder hinter einem Schrank verstauen.
In kleinen Wohnungen zählt jeder Zentimeter. Eine gerollte Rolle braucht zwar mehr Tiefe als ein flach gefaltetes Paket, dafür lässt sie sich in Ecken, hinter Türen oder unter Betten schieben, wo flache Stapel keinen Platz finden. Wer den Teppich zudem regelmäßig wechselt, spart sich das mühsame Ausbügeln von Falten. Die Investition in ein paar Minuten sorgfältiges Rollen zahlt sich also doppelt aus: für den Teppich und für die Nerven.